Sonntag, 22. April 2018

Hose und Shirt

Die Hose habe ich vor drei oder vier Jahren genäht als ich Lutterloh Schnitte ausprobieren wollte. Mit einer Jogginghose kann nichts schief gehen, dachte ich. Tatsächlich war der Schnitt nicht so der Bringer. Zuviel Stoff vorne im Schritt, hinten am Rücken auch zuviel, so dass ich trotz Gummibund noch Abnäher eingefügt habe. Wer trägt schon gerne hinten eine Ziehharmonika mit sich herum.
Der Stoff ist grauer Romanit-Jersey, über dessen Pilling-Verhalten ich schon an anderer Stelle gejammert habe. Er fällt schwer, deshalb klafften die Eingriff-Taschen auf, bis ich sie mit ein paar zusätzlichen Stichen gesichert habe. Dass die Hose überhaupt gescheit sitzt, verdankt sie dem extra-Breiten Bund-Gummi.

Das Shirt ist das A-Linien Shirt aus Ottobre 2/2016. Ich habe extra wie empfohlen weichen Viscosejersey verwendet. Es fällt auch recht schön, aber es zeichnet sich alles darunter ab.
Rundum ein sonntags daheim im Garten Outfit. Unter Leute gehe ich so eher nicht.

Freitag, 20. April 2018

Der Vorgarten

Mein Garten macht mir derzeit sehr viel Freude, wie jedes Jahr im April, wenn es endlich wieder grün wird.
Hier gibt es ein paar Bilder, wie sich alles bisher entwickelt hat.
Wir haben das Haus vor fast 6 Jahren gekauft und wohnen seit 4 Jahren drin, vor dem Haus war anfangs nur ein gelblicher Rasen, zum Nachbarn der Hof durchgehend gepflastert, die künftige Wildobsthecke hat aber erst vor 1,5 Jahren ihren Anfang genommen, dafür sind die kleinen Büsche:
Sandorn, Kornelkirsche, Kirschpflaume, Schlehe - im letzten Frühjahr erweitert durch Holunder, Aronia und Weißdorn immerhin schon etwas mehr als kniehoch. Aktuell fallen aber am meisten die Vergissmeinnicht ins Auge.



Die Schwierigkeit der Gartenanlage besteht bei uns darin, dass der Bereich rund ums Haus mit Sand und unter den Hofplatten auch mit Bauschutt aufgefüllt wurde, um auf Straßenniveau zu kommen.
Humusgehalt und Wasserspeichervermögen sind also minimal, aber so langsam zeigt es Früchte, dass wir Woche für Woche drei Eimer Kompost vom Bauhof holen (soviel wie in den Kofferraum passt) und im Garten verteilen.



Besonders freue ich mich über die kleine Gemüseecke an einer Stelle nahe am Haus, die ich erst Anfang des Jahres aufgeschüttet habe. Nachdem ich ein Buch über Terra Preta gelesen habe, habe ich den Sand dort mit Kompost, Urin-getränkter Pflanzenkohle, Gesteinsmehl und ganz rechts unter dem roten Senf auch mit Bokashi versetzt und es wächst tatsächlich super.
Bisher wollten nicht mal Radieschen in unserem Sand wachsen.



Derzeit bin ich ganz verliebt in meine kleinen blühenden Apfelbäumchen, ganz nah am Zaun blüht gerade auch eine rasch wachsendende Ölweide, bei der ich dieses Jahr erstmalig auf essbare Beeren hoffe und mein absoluter Liebling der schwarze Maulbeerbaum, hier kaum zu sehen, streckt nur einige Zweigspitzen hinterm Sommerflieder hervor, blüht gerade auch reichlich. Gut sichtbar sind nur die männlichen Blüten.


Unterm Sommerflieder habe ich letzes Wochenende noch einen Miniteich eingegraben, vielleicht macht ja der ein oder andere Frosch Zwischenstation oder es kommt eine Libelle vorbei.





Pilze - wie ging es weiter

Von allen vier Ansätzen, den fertig durchgewachsen gekauften Kulturen Steinchampignon, Shiitake und Austernseitlingen, sowie dem selbst auf Kaffeesatz angesetzten Rosenseitling habe ich jeweils mehrere Mahlzeiten geerntet, allerdings war immer nur die erste Erntewelle so richtig überzeugend. Danach kamen immer einzeln ein paar Fruchtkörper und es fiel mir schwer, die Oberfläche dauerhaft feucht zu halten, trotz täglichem Abduschen sind etliche Pilzchen vertrocknet, statt eine erntebare Größe zu erreichen. So habe ich vor zwei Wochen ein Pilz-Beet im Garten angelegt. Dazu habe ich ca 20 cm tief "ausgeschachtet" das Loch mit eingeweichten Strohpellets gefüllt, die Pilzkulturen in Stücke geschnitten darin verteilt und mit Erde abgedeckt. Darauf habe ich eine bienenfreundliche Blühmischung gesäht, auf ewig soll die Ecke nicht so braun und nackig bleiben. Den Champignon habe ich in einem Haufen reifem Kompost versenkt, fermentierten Pferdemist hatte ich leider gerade nicht daheim.
Da mein Vater vor ein paar Wochen bei sich im Garten gerodet hat, habe ich ein paar Stücke Quitten-Stamm und einen dicken Haselast bekommen. Die habe ich mit einem 10 er Bohrer bearbeitet und zum einen Impfdübel zum anderen Substratbrut reingestopft und die Stellen abgedeckt. Die Stämme liegen jetzt vor unserer Kellertür, bedeckt von feuchten Handtüchern und über den Sommer haben jetzt Austernseitling und Pom-Pompilz Gelegenheit alles zu durchwachsen. Den Rest Seitlingsbrut habe ich mit Strohpellets und einem Löffel Kalk vermischt in mit Luftlöchern versehene Gefrierbeutel gepackt und schaue, was daraus wird.





Mittwoch, 7. März 2018

Schmuse-Pulli



Die eisigen Temperaturen der letzten Woche hatten den Vorteil, dass ich endlich diesen - im letzten Sommer fertig gestellten - Pulli tragen konnte. Bisher war es mir zu warm dafür. Schwitzt man nämlich auch nur ein bisschen darin, riecht man gleich nach nassem Tier.
Und dass, obwohl es ein luftiges Leichtgewicht von gerade einmal 165 g ist.

Wolle Drops Melody (71% Alpaca, 25% Schafwolle, 4% Polyamid) Farbe "vanille"
Die Maschenprobe habe ich mir erspart und einfach genau nach  Etikett gehandelt, mit Nadelstärke 7 so gerechnet als gäbe es tatsächlich 14 Maschen auf 10 cm.
Ich habe mich an die Anleitung für Rundpassenpullis aus diesem Buch "top down sweaters" gehalten und dabei die nach meinen Maßen einen Tick zu weite Größe 36 gewählt und ein paar Rückenmaschen weniger aufgenommen (das fällt alles sehr groß aus, in dem Buch).
So besonders schnell vorwärts kam ich nicht, und das obwohl ich mich schon auf diese Wolle gefreut hatte. Gekauft hatte ich sie schon vor über 2 Jahren, aber dann fand ich plötzlich die selbst gesponnene Wolle viel interessanter zu verarbeiten. Hinzu kam, dass mein jüngerer Sohn die Knäuel für eine Art Kuscheltier hielt und sie sich mehrmals begeistert grapschte und damit weg lief, Faden, Strickzeug und fluchende Mama hinter sich her schleifend. So super glatt läuft der fusselige Kram auch nicht über die Nadel.

Aber schön ist er. Und weich auch. Ich werde darin sehr viel angeschmust.

So und heute schaffe ich tatsächlich wieder einmal beim Me made Mittwoch mitzumachen, bei dem auch noch viele andere ihre Eigenkreationen vorführen.

Sonntag, 11. Februar 2018

Jeans-Schuhe

So, nach einigen Experimenten, die so murksig waren, dass ich keine Lust hatte, darüber zu schreiben, habe ich ein paar Schuhe zustande gebracht, die ich zumindest zu Spaziergängen im Dunkeln tragen kann.
Ausgangspunkt waren meine DIY-Leisten aus Abformmasse, denen ich aus lufthärtender Modelliermasse noch ein bisschen extra Platz für die Zehen drangebastelt habe. Ursprünglich hatte ich dafür Salzteig verwendet, der hat aber zusehr gebröselt. Mit Malerkrepp habe ich mir einen Schnitt erstellt, 0,5 cm Nachtzugabe für die Stoff-Nähte hinzugefügt, 2,5 cm unten extra, um den Schaft um die Brandsohle herum zu kleben.
Die Sohlenform war die größte Herausforderung, mein eigener Fußumriss und der des Leistens, den ich ja meinem Fuß nachempfunden hatte, stimmten nicht wirklich überein. Wichtig war mir vor allem viel Platz für meine Zehen. Also war das eher Herumprobieren. Die beiden Schuhe sind daher auch nicht identisch, erst habe ich den rechten gemacht und dann gemerkt, dass ich noch ein bisschen mehr Raum unter der Ferse brauche.
An der Ferse musste ich auch noch einen Abnäher von 15° dazu improvisieren, da der Schuh sonst nicht richtig anlag.
An Material habe ich eine alte Jeans ausgeschlachtet, Futter ist Nessel, rund um den Knöchel habe ich einen Streifen Fleece mitgefasst. Die Sohle besteht aus Texon Brandsohlen Material, Kork und Gummi, schön dünn, flexibel und leicht, mit Nullabsatz. Geklebt habe ich alles mit Kövulfix.
Sie sind super bequem, allerdings Material-bedingt nicht wasserdicht und daher noch nicht Spaziergang-erprobt. Ich muss sie noch mit etwas längeren Schnürsenkeln und einer dünnen Einlegesohle ausstatten. Bevor ich mich an eine Version aus Leder mache, muss ich die Sohlenform noch etwas bearbeiten, derzeit sieht es noch seltsam bananig aus. Kleine Fältchen beim Umkleben der Spitze sind leider nicht zu vermeiden, kommerzielle Stoffschuhe sind immer noch mit einem Gummistreifen umgeben, da ist der Übergang von Schaft zu Sohle kaschiert.





Montag, 22. Januar 2018

Overlock-Blues

Meine Overlock, eine Janome SMD 644D näht eigentlich recht brav, keine ausgelassenen Stiche, Nahtbild schön ausgeglichen.
Ihre Achillesferse ist (und war genau genommen schon immer) der untere Greiferfaden.
Wenn ich über einen Hubbel nähen möchte, muss ich schon immer sehr langsam oder besser im Handbetrieb nähen, sonst macht es ein ganz häßliches zing-ritsch und dann ist der untere Greiferfaden gerissen (und das Polyestergarn - ich benutze sehr gerne Trojalock, ist schon ganz schön reißfest, wenn man das mit der Hand durchreißen will. Da sind also ordentlich Zugkräfte am Werk.)

Ich besitze diese Maschine seit etwa vier Jahren, als ich sie noch recht frisch - vielleicht ein paar Monate - besaß, hatte ich schon einmal das Problem, dass der Faden alle paar genähten cm durch war.
Ich bin keine begeisterte Forumsschreiberin, zwar bin ich bei mehreren angemeldet aber nur als gelegentlich Leserin, damals habe ich aber für mein Problem einen eigenen Faden eröffnet, in der Hoffnung in den Weiten des Internets auf Rat zu treffen. Aber außer den Ratschlägen wie nochmal richtig Einfädeln kam nichts bei rum.
Wartungsanleitungen für Overlocks (wie auch für Nähmaschinen) sind im Netz rar. (Wäre ja auch zu schön, wenn man einfach alles selber machen könnte, anstatt für jeden Handgriff in eine Werkstatt zu müssen)
Tatsächlich bin ich auf der Suche aber damals über folgende Anleitung gestolpert, die ich hier auch nochmal verlinken will, sie ist wirklich hilfreich, wenn man selbst etwas justieren möchte:

Ist nicht genau mein Modell, aber im Prinzip sind die Maschinen ja alle gleich aufgebaut.

Nach Wegnahme der Stichplatte erkannte ich damals (also vor vier Jahren) das der Untergreifer mit den Nadeln kollidierte. Erst dachte ich, ich müsse die Position des Untergreifers ändern, aber dann stellte ich fest, dass das schwarze Führungsblech zu dicht anlag und die Nadeln in die Falsche Richtung bog, so dass sie nur dann mit dem Greifer Kontakt hatten, wenn sie von unten wieder hoch kamen. Das Problem war also leicht behoben (hat aber gedauert bis ich den Blick dafür geschärft hatte) Bei meiner neuerlichen Recherche habe ich gesehen, dass das alte Problem auch von anderen beschrieben wird z.B. hier 

Auf dem Bild sieht man die Führungsplatte, die zwei schwarzen Schrauben kann man lösen, um sie zu lockern.


Ich habe dann die letzten vier Jahre so vor mich hingenäht, abgesehen von Hubbeln und eher dicken Materialien gab es keine größeren Probleme.
Zuletzt nahm die Fadenreißerei aber wieder zu und bei meinem jüngsten Projekt - einem Pulli für das große Söhnchen aus Baumwoll-Feinstrick - ist der Faden wieder alle paar Minuten gerissen. Kein Spaß, so gar nicht. Vor allem immer auch das Geräusch dabei.
Also kam erstmal das übliche Wellness-Programmm, komplett entfusseln, ölen, neue Nadeln (Organ HA-1SP).
Zum Entfusseln hatte ich dann die Stichplatte wieder einmal ab und damit freie Sicht auf das Geschehen und sah, dass die linke Nadel den Untergreifer bereits beim Absenken berührt und dabei leicht ausgelenkt wird. Diesmal sind also die Führungsbleche unschuldig.
Anhand des Justage-Manuals (oben verlinkt) habe ich dann den Kolben, an dem die Nadeln sitzen, gelockert und minimal gedreht (Achtung nur ganz leicht lockern, damit es sich nicht gleichzeitig absenkt und das Timing mit den Greifern flöten geht) wirklich nur ein Zehntel Millimeter oder so, man hat an der Stichplatte gleich gesehen gesehen, dass der Abstand zum Lochrand gleichmäßiger wurde.

Hier ist die Schraube, die man (ganz leicht) lösen muss, um die Nadeln parallel auszurichten.


Tatsächlich tangiert der Untergreifer nun nicht mehr nur eine Nadel sondern beide. Super! *ächz*
Die Schraube, mit der man den Untergreifer lösen und ein Ministück nach hinten verschieben könnte, ist leider unheimlich fest. Es ist mir nicht gelungen, sie zu lösen, stattdessen habe ich nur den Schlitz mit meinem Schraubenzieher halbwegs zerstört. Es greift leider so gar nichts mehr.

Hier sieht man wie die Nadeln wackeln, wenn der Greifer vorbeikommt.



Diese Schraube, weit unten und nur mit schmalem Schraubenzieher erreichber, leider nicht mit den Dingern, bei denen man die Bits solange wechseln kann, bis man den optimalen erwischt.



Die einzige Möglichkeit, die mir noch einfällt, ist den Greifer ganz leicht zu verbiegen, so dass er nicht mehr an den Nadeln vorbeischrammt, aber wie ich das so wohldosiert hinbekommen soll, ist mir ein Rätsel.
Allgemeines: Och menno.
(Übrigens war die Maschine von einem ziemlich weit entfernten online-Versand. Die Option Händler um die Ecke gibts hier nicht.)









Mittwoch, 3. Januar 2018

Rosen-Seitling

So Nr. 4 meiner Pilzgärtnerei im Keller ist jetzt auch erntereif: der Rosen-Seitling auf Kaffeesatz. Ich hoffe da kommt im Anschluss noch ein bisschen mehr rausgewachsen, aber erstmal freue ich mich. *Mampf*